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Gemeinsam im Glauben. Mit Herz in die Zukunft.
Seit Anfang 2026 ist die Diakonie Werratal mit ihren Angeboten der Pflege Teil der Immanuel Diakonie Südthüringen, einer Gesellschaft der Immanuel Albertinen Diakonie. Ende Januar wurde der Zusammenschluss in Meiningen feierlich begangen.
Mit einer feierlichen Andacht und einem anschließenden Mitarbeitendenfest wurde am 29. Januar 2026 im Meininger Ortsteil Walldorf bis in den späten Abend ein bedeutender Schritt für die diakonische Arbeit in Südthüringen begangen: Seit dem 1. Januar 2026 ist die Diakonie Werratal mit ihren Angeboten der Pflege Teil der Immanuel Diakonie Südthüringen, einer Gesellschaft der Immanuel Albertinen Diakonie.
Damit verbinden sich zwei fest in der Region verwurzelte diakonische Träger, die jeweils eine eigene Geschichte und gewachsene Identität mitbringen und doch auf einem gemeinsamen Fundament stehen: dem christlichen Auftrag, Menschen zu dienen.
Zwei Partner – unterschiedliche Wege, ein gemeinsames Fundament
Pastor Thorsten Graff, Konzernbereichsleiter Seelsorge-Theologie-Ethik, beschrieb den Zusammenschluss in seinem geistlichen Impuls als eine Art „Hochzeitstag“: Zwei Partner hätten sich Zeit genommen, einander kennenzulernen, Vertrauen aufzubauen und schließlich die Entscheidung getroffen, gemeinsam weiterzugehen.
Die Grundlage dafür sei ein gemeinsames christliches Fundament. Diakonie bedeute „Dienst am Menschen“ – gelebte Nächstenliebe im Alltag. Dabei gehe es nicht darum, Gleichheit herzustellen, sondern Unterschiedlichkeit anzuerkennen und wertzuschätzen. Gerade eine Unternehmenskultur, die Verschiedenheit berücksichtigt, sei entscheidend für das Gelingen des gemeinsamen Weges.
„Eine gemeinsame Wohnung einrichten“
Jürgen Roß, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Immanuel Albertinen Diakonie, griff das Bild der Hochzeit auf und führte es weiter: Ein Zusammenschluss sei wie das Einziehen in eine gemeinsame Wohnung. Jeder Partner bringe eigene „Möbelstücke“ mit: Erfahrungen, Traditionen, Stärken, manchmal auch Besonderheiten, die Raum brauchen.
So entstehe etwas Neues, nicht durch das Aufgeben des Alten, sondern durch das bewusste Zusammenführen. Die kommenden Jahre seien geprägt vom gemeinsamen Einrichten, Organisieren und Gestalten mit dem Ziel, für die Menschen in der Region verlässlich da zu sein.
Wie es zum Zusammenschluss kam
Der Zusammenschluss ist das Ergebnis eines intensiven Prozesses, der bereits im Dezember 2024 mit Gesprächen über eine stärkere Zusammenarbeit begann. In kurzer Zeit entwickelte sich daraus eine tragfähige gemeinsame Mission für die Sicherung der Pflege in der Region.
Andreas Mende, Konzerngeschäftsführer, betonte, dass die Verschmelzung nicht nur ein organisatorischer Schritt gewesen sei, sondern ein Familienzuwachs innerhalb der diakonischen Gemeinschaft. Zahlreiche Abstimmungen, professionelles Projektmanagement und die enge Einbindung der Gremien hätten diesen Weg möglich gemacht.
Begleitet wurde der Prozess von der Jahreslosung 2025: „Prüft alles und behaltet das Gute.“ Genau dies habe man getan: prüfen, gestalten, zusammenführen und das Gute bewahren. Nun können wir, so Mende, unsere Innovationskraft bündeln und gemeinsam stark, professionell und mutig in die Zukunft gehen. Und dazu passt die Jahreslosung 2026 so wunderbar: „Siehe, ich mache alles neu!“
Worum es in der Diakonie geht
In vielen Beiträgen wurde deutlich, was Diakonie im Kern ausmacht: Pflege und Unterstützung sind mehr als Versorgung. Sie sind Beziehung.
Die Geschäftsführenden der Immanuel Diakonie Südthüringen, Alexandra Roth und Frank Lehmann, machten es konkret: Diakonische Arbeit bedeutet, den Menschen in seiner Ganzheit zu sehen mit Würde, Geschichte, Hoffnung und Glauben. Christliche Werte wie Nächstenliebe, Verantwortung, Barmherzigkeit und Achtung seien kein Zusatz, sondern tragendes Fundament, gerade in herausfordernden Zeiten. Diakonie schafft Räume für Fürsorge und Professionalität ebenso wie für Spiritualität – durch Gebet, Andachten und gelebte Gemeinschaft.
Stärkung der Region und Signal für die Zukunft
Der Zusammenschluss wurde auch von politischen Vertreterinnen und Vertretern als starkes Signal für Südthüringen gewürdigt.
Susanne Reich: „Ein starkes Signal für Kooperation statt Konkurrenz“
Susanne Reich, Vizelandrätin des Landkreises Schmalkalden-Meiningen, sprach von einem bedeutsamen Schritt für die soziale und pflegerische Landschaft des Landkreises. Was im Dezember 2024 mit Gesprächen begann, habe sich in bemerkenswert kurzer Zeit zu einer tragfähigen gemeinsamen Mission entwickelt. Der Zusammenschluss sei weit mehr als eine organisatorische Entscheidung: Er sei Ausdruck von Weitsicht, Verantwortung und christlichem Engagement.
Gerade angesichts wachsender Herausforderungen – Fachkräftemangel, steigende Anforderungen in Pflege und Eingliederungshilfe sowie zunehmende gesellschaftliche Aufgaben – sei dieser Schritt ein Signal für gemeinsames Handeln statt Einzelkämpfertum. Mit der vereinten Kraft beider Träger werde die Versorgung im Landkreis gestärkt. Über 1.345 Klientinnen und Klienten sowie mehr als 520 Mitarbeitende an 13 Standorten profitierten künftig von dieser neuen Stärke.
Cornelia Kraffzick: "Sicherheit und Verlässlichkeit für Walldorf"
Cornelia Kraffzick, Geschäftsstellenleiterin Bürgerdienste der Stadt Meiningen. betonte, dieser Tag sei nicht nur für die beiden Träger bedeutsam, sondern auch für die Stadt und den Ortsteil Walldorf. Die Diakonie präge seit Jahrzehnten das soziale Gefüge vor Ort: Pflegezentrum, Sozialstation und Seniorenwohnanlage seien feste Bestandteile, die vielen Menschen Geborgenheit geben – und zugleich Arbeitsplätze sichern. Besonders hervorgehoben wurde: Dieser Zusammenschluss geschehe nicht aus Not, sondern aus einer Position der Stärke und aus Weitsicht. Der Mensch bleibe im Mittelpunkt.
Thomas Kaminski: „Nächstenliebe ist in Schmalkalden spürbar“
Thomas Kaminski, Bürgermeister der Stadt Schmalkalden, machte deutlich, wie sehr beide Einrichtungen in der Region verwurzelt sind. Die Immanuel Diakonie Südthüringen begleite nicht nur ältere Menschen, sondern auch Menschen mit Behinderung oder Menschen, die im Leben straucheln, und eröffne neue Perspektiven. Die Diakonie Werratal bringe ihre besondere Kompetenz in der stationären wie ambulanten Altenhilfe ein.
Gerade diese unterschiedlichen Erfahrungen könnten sich „wunderbar ergänzen“. Kaminski erinnerte an ein Wort Gustav Heinemanns: „Man erkennt den Wert einer Gesellschaft daran, wie sie mit den Schwächsten verfährt.“ Beide Träger hätten diesen Wert in der Region lebendig gemacht.
Diakonie Werratal: Geschichte, die weitergeht
Susanne Frank, vormals Geschäftsführerin der Diakonie Werratal, machte deutlich: Dieser Schritt sei nicht aus Not erfolgt. Wirtschaftlich und personell stehe die Diakonie Werratal gut da. Der Zusammenschluss bedeute vielmehr, gemeinsam stärker zu sein, voneinander zu profitieren und Zukunft aktiv zu gestalten. Die Diakonie Werratal habe über drei Jahrzehnte in Walldorf und seit 15 Jahren in Schmalkalden Geschichte geschrieben, und werde diese Geschichte nun unter dem Dach der Immanuel Diakonie Südthüringen innerhalb der Immanuel Albertinen Diakonie fortsetzen.
Gemeinsam weitergehen
Im Anschluss an die festliche Andacht fand eine gemeinsame Party für alle Mitarbeitenden des neuen gemeinsamen Trägers statt. In entspannter Atmosphäre bei mediterranem Essen und Getränken ergaben sich zahlreiche Gelegenheiten für persönliche Gespräche, Kennenlernen und Austausch über Arbeitsbereiche hinweg. Musik und eine Erinnerungs-Foto-Box trugen zu einer offenen und fröhlichen Stimmung bei. Viele Mitarbeitende nutzten die Gelegenheit, neue Kontakte zu knüpfen und bestehende Beziehungen zu vertiefen.
Die Veranstaltung wurde von den Teilnehmenden durchweg positiv aufgenommen. Sie trug wesentlich dazu bei, Berührungsängste abzubauen, das Gemeinschaftsgefühl zu stärken und den Verschmelzungsprozess auf persönlicher Ebene zu unterstützen. Die Kombination aus geistlicher Besinnung und geselligem Beisammensein erwies sich als gelungenes Zeichen für den gemeinsamen Weg der beiden diakonischen Träger.
Das Leitmotiv des Tages brachte es auf den Punkt: „Gemeinsam im Glauben. Mit Herz in die Zukunft.“ Der Zusammenschluss ist mehr als ein rechtlicher Akt. Er ist ein gemeinsamer Weg zweier Partner, die sich ergänzen, ihre Werte teilen und sich gemeinsam dem diakonischen Auftrag stellen: Menschen zu begleiten, zu stärken und ihnen Würde und Hoffnung zu schenken.














